SD062 - Die besessenen Knaben von Illfurth - Theresia Verlag AG

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Kurzübersicht

Eine wahre Begebenheit der beiden besessenen Knaben Thiébaut und Joseph Burner in Illfurth (Elsaß) und deren spektakuläre Befreiung im Jahre 1869.


 


Autor: Pfr. Paul Sutter
Format: DIN A4
Umfang: 76 Seiten

Beschreibung

Wir wollten an diesem Beispiel von Thiébaut und Joseph Burner festhalten, mit welch frivoler Leichtfertigkeit die ungläubige Welt über die so seltsamen Erscheinungen urteilte und sich hütete sie einer näheren Untersuchung zu würdigen. Die Lehre von der Hölle und den verlorenen Geistern paßt ihnen einmal nicht, dann begnügen sie sich mit Achselzucken und Spott.


Viel zurückhaltender waren die verschiedenen Ärzte, die die Kinder in der ersten Zeitperiode besorgten, besonders die Herren Dr. Krafft, Dr. Henri Weyer und Dr. Alfred Szertecki von Mülhausen. Sie fanden die Krankheit unerklärlich, wagten es aber nicht, ein Urteil über deren Natur abzugeben. Der Kantonalarzt von Altkirch, Dr. Lévy, sagte Herrn Pfarrer Brey ganz offen, da sei seine Kunst machtlos, die katholische Kirche könne da besser helfen.


 Das Verhalten der beiden Buben war sonderbar: Vom 25. September 1865 an zeigten sich an den Knaben ganz abnorme Erscheinungen. Auf dem Rücken liegend drehten sie sich mit unheimlicher Schnelligkeit im Kreise herum, wie ein Kreisel. Dann fingen sie an die Bettstellen und andere Möbel mit wuchtiger Kraft und Ausdauer zu bearbeiten, was sie «dreschen» nannten, ohne dabei die geringste Müdigkeit zu verspüren, auch wenn das Dreschen noch so lange dauerte. Darauf verfielen sie wieder in Krämpfe und Zuckungen, dann wieder in solche Niedergeschlagenheit, daß sie stundenlang ohne Bewegung, gleichsam leblos, dalagen.


Außerdem überfiel die Knaben nicht selten eine Art von Wolfshunger, den nichts zu stillen vermochte. Auch schwoll ihnen der Unterleib stark an und es kam den Kindern vor, als drehe sich etwas im Magen wie eine Kugel oder bewege sich wie ein lebendes Wesen springend auf und ab. Die Beine hielten die Knaben oft wie biegsame Ruten zusammengewunden, und kein Mensch konnte sie auseinanderreißen.


Oftmals, wenn die Kinder auf ihren hölzernen Stühlen saßen, wurden die Stühle mitsamt ihnen durch eine unsichtbare Hand emporgehoben; nachher wurden die Kinder in eine Ecke geschleudert, während die Stühle in eine andere Ecke flogen. Ein andermal fühlten sie wieder am ganzen Körper ein schmerzhaftes Prickeln und Stechen und dann holten sie aus ihren Kleidern Unmengen von Federn und Seegras hervor, daß der Boden damit ganz bedeckt wurde. Man mochte ihnen Hemd und Kleider noch so oft wechseln, immer wieder kamen die Federn und das Seegras zum Vorschein. Diese Federn, die auf so unerklärliche Weise ihren Körper bedeckten, waren so stinkend, daß man sie nicht aufbewahren konnte. Wenn man sie verbrannte, war keinerlei Asche zu sehen.


 Es fragt vielleicht der Leser, was aus den zwei unglücklichen Kindern geworden ist. Beide sind im jugendlichen Alter gestorben. Thiébaut starb bereits zwei Jahre nach seiner Befreiung, nämlich am 3. April 1871, erst 16 Jahre alt. Sein Bruder fand Arbeit in Zillisheim und starb daselbst im Jahre 1882, im Alter von 25 Jahren. Herr Pfarrer Brey eilte extra herbei, um ihm die Sterbesakramente zu spenden. Dieser eifrige Seelenhirt, der beinahe 30 Jahre lang die Pfarrei Illfurth überaus segensreich verwaltete, starb im Rufe der Heiligkeit am 26. September 1895 im Alter von 68 Jahren. Wie die Leute von Illfurth heute noch erzählen, hatte er, wie einst der heilige Pfarrer von Ars, zeitlebens von den Plackereien (Belästigungen) der höllischen Geister, hauptsächlich des Nachts, viel zu leiden. Mit Weihwasser machte er dann jedesmal dem Spektakel ein Ende. Diesen Rat gab er auch den seltenen Besuchern, die es wagten, bei ihm die Nacht zuzubringen.

Artikelnummer: SD062

SD062 - Die besessenen Knaben von Illfurth

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